EUROPÄISCHER TAG DER LOGOPÄDIE

6. MÄRZ 2017

Schlucken - lebenswichtig und nicht immer selbstverständlich

Was Sie als Angehörige oder Betroffene über Schluckstörungen und ihre Therapie wissen sollten. Logopädinnen und Logopäden informieren.

Haben Sie Fragen? Rufen Sie uns gerne an:
6. März 2017, 17 – 20 Uhr
Expertenhotline 0 18 05.35 35 32

14 Cent/Minute aus dem Festnetz; max. 42 Cent/Minute aus den Mobilfunknetzen

 

Am Europäischen Tag der Logopädie 2017 informieren Logopädinnen und Logopäden über das Schlucken und Schluckstörungen.

Schlucken ist ein scheinbar selbstverständlicher Vorgang – und zugleich ein komplexer neuromuskulär vermittelter Vorgang, an dem 26 Muskelpaare beteiligt sind. Durchschnittlich etwa 2000 Mal schluckt ein Mensch am Tag, insbesondere um Speichel oder Nahrung aus der Mundhöhle in den Magen zu befördern.

Schluckstörungen können vielfältige und – je nach Ausmaß der Störung - weitreichende gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Sie treten häufig als Folge neurologischer Erkrankungen auf, von denen in Deutschland pro Jahr etwa zwei Millionen Menschen neu betroffen sind. Dazu gehören beispielsweise Krankheitsbilder wie Schlaganfall, Demenz, Parkinson, Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutung oder Gehirntumor.

Aufgrund der demografischen Entwicklung nehmen Schluckstörungen tendenziell weiter zu, aber auch junge Menschen, insbesondere Säuglinge, können unter Beeinträchtigungen des Schluckvermögens leiden.

Hinsichtlich der Frage, was die Logopädie für betroffenen Patienten aller Altersgruppen tun kann, bietet der Europäische Tag der Logopädie 2017 eine gute Gelegenheit, logopädisches Wissen zu teilen und die Leistungen unserer Berufsgruppe der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Er steht unter dem Motto "Schlucken – lebenswichtig und nicht immer selbstverständlich".

Was ist Schlucken? Wie oft schluckt ein Mensch pro Tag und wie läuft ein gesunder Schluckakt ab? Wie entstehen Schluckstörungen? Wer ist davon betroffen? Welchen Folgen können Schluckstörungen haben? Was passiert in der Schlucktherapie? Welche Tipps können Logopädinnen und Logopäden Betroffenen und Angehörigen geben – beispielsweise zum Thema Essen & Trinken? Wo erhält man außerdem Hilfe und Unterstützung? Diese und andere Fragen wollen wir als Berufsgruppe am 6. März 2017 in vielfältiger Weise beantworten und so dazu beitragen, das wichtige Thema SCHLUCKEN in die Öffentlichkeit zu tragen.

Die Experten an der Hotline:

Peter Dicks

Diplom-Logopäde Peter Dicks ist seit 1990 als Logopäde tätig. Nach langjähriger Praxis- und Kliniktätigkeit ist er seit 2000 in der Lehre im Bereich Schluckstörungen an der Berufsfachschule für Logopädie des Uniklinikums Aachen tätig. Darüber hinaus schloss er im Jahr 2011 sein Diplomstudium Lehr- und Forschungslogopädie an der RWTH Aachen erfolgreich ab.

Er ist spezialisiert im Dysphagiebereich u.a. zu Fragestellungen bei Kehlkopfoperationen oder bei der Parkinsonerkrankung. Er hält regelmäßig Vorträge zu logopädischen Themen und hat zahlreiche Fachartikel veröffentlicht.

In Aachen leitet er den Arbeitskreis Netzwerk Dysphagietherapeuten der Euregion (AKDA), der die Qualität der Versorgung schluckgestörter Patienten verbessern möchte. Außerdem ist er ist beratendes Mitglied im Vorstand des Vereins der Kehlkopfoperierten e.V. im Kreis Aachen.

Heidemarie Pfleiderer

Heidemarie Pfleiderer arbeitet seit 1986 als Logopädin. Nach mehreren Jahren der Berufstätigkeit in einer Praxis sowie an der Neurologischen Klinik der RWTH Aachen absolvierte sie den Diplomstudiengang Lehr- und Forschungslogopädie an der medizinischen Fakultät der RWTH Aachen, den sie im Jahr 2002 erfolgreich abschloss.

Schon seit 1999 ist sie in eigener Praxis tätig und kooperiert seit 2009 mit den Kliniken des Rems-Murr-Kreises. Seit Juli 2014 behandelt sie im Klinikum Winnenden Patienten u. a. der Stroke Unit, der Neurologischen Stationen sowie der Geriatrie und der Palliativstation bei Dysphagie und anderen logopädischen Störungsbildern. Neben der therapeutischen Arbeit hält sie Vorträge und gibt Seminare für Therapeuten, Ärzte und Pflege zur Dysphagie, Aphasie und Angehörigenberatung.
Im Bereich der Schluckstörungen und deren Befunderhebung und Therapie besitzt sie langjährige Erfahrung, hat zahlreiche Fortbildungen belegt und Zertifizierungen erhalten.

Beate Schumann

Beate Schumann ist leitende Logopädin an der Uniklinik RWTH Aachen, Klinik für Neurologie, und promoviert derzeit bei Prof. Reetz zum Thema Dysphagie bei Huntington und Parkinson. Klinisch hat sie nach ihrem Masterabschluss an der RWTH Aachen 2012 Erfahrungen als Logopädin in Akutkrankenhäusern, vorwiegend auf der Stroke Unit (Klinikum Karlsbad-Langensteinbach und Bruchsal), gesammelt. Seit einem Auslandsaufenthalt 2014 an der University of Florida in der ehemaligen Arbeitsgruppe von Dr. Rosenbek hat sie sich auf Schluckstörungen bei neurodegenerativen Erkrankungen spezialisiert, was nun auch ihren Forschungsschwerpunkt darstellt.

Sie hat Erfahrungen in der Durchführung und Auswertung von endoskopischen und videofluoroskopischen Schluckuntersuchungen (zertifizierte MBSImP-Untersucherin) und betreut regelmäßig Masterstudenten aus dem Studiengang Lehr- und Forschungslogopädie bei Projekten zum Thema Dysphagie.

Silke Winkler

Die Logopädin Silke Winkler ist an der Klinik für Neurologie in Chemnitz und in der Poliklinik GmbH Chemnitz tätig. Sie ist zudem Lehrbeauftragte für Dysarthrie und kindliche Dysphagie an der Hochschule Fresenius in Idstein und Hamburg. Außerdem unterrichtet sie als Lehrlogopädin an der staatlich anerkannten Schule für Logopädie in Chemnitz.

Ihre fachlichen Schwerpunkte sind Dysphagie, Trachealkanülenmanagment, Fütterstörungen bei Kindern sowie neurologisch bedingte Sprach- und Sprechstörungen.